• Glasfaserausbau im Main-Kinzig-Kreis

    Der Glasfaserausbau im Main-Kinzig-Kreis wurde ab Ende 2012 durch die Kreisverwaltung initiiert, weil die großen Telekommunikationsanbieter aufgrund der Kosten für die nötige Infrastruktur die entsprechenden Investitionen nicht vornehmen wollten. Auf dieses Marktversagen der Anbieter reagierte der Kreis mit der Schaffung der Infrastruktur, die fortan über viele Jahre zum Zwecke der Amortisation an die Anbieter vermietet wird.

    Glasfaserausbau im Main-Kinzig-Kreis: Zweck der Initiative

    Einen anderen Weg als die Initiative des Landkreises hätte es kaum gegeben, denn die erforderliche Amortisationszeit für die Investitionen fällt deutlich länger aus, als das in der Privatwirtschaft geduldet würde. Der Landkreis gründete für das Vorhaben als hundertprozentige Tochtergesellschaft die Breitband Main-Kinzig GmbH, die seit 2013 Glasfaserkabel und Leerrohre als notwendige technische Infrastruktur installieren ließ. Das entstehende Bürgernetz wird durch die Kunden finanziert, als Telekommunikationsanbieter wurde die Allgäuer M-net gewonnen. Unkosten für die Kommunen entstehen nicht.

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    Die M-net zahlt für jeden gewonnenen Kunden eine monatliche Netzmiete an die Breitband Main-Kinzig GmbH. Damit refinanzieren sich die Investitionen des Main-Kinzig-Kreises, wenn auch über eine viel längere Zeit, als das durch private Telekommunikationsunternehmen vorgesehen wäre. Natürlich hatte der Kreis zunächst nach privaten Investoren gesucht und das Vorhaben europaweit ausgeschrieben, jedoch wurde kein Unternehmen gefunden, das den flächendeckenden Ausbau mit einem Breitbandnetz ohne staatliche Beihilfen garantieren wollte.

    Stand des Netzausbaus im Main-Kinzig-Kreis

    Ab Anfang 2013 begann der Netzausbau, Ende des Jahres waren 68 Orte und Ortsteile an das Breitbandnetz mit mindestens 50 MBit/s angeschlossen. Allerdings kommen nicht in jedem Haushalt 50 MBit/s an, weil auf den letzten Metern bestehende Telekomleitungen genutzt werden müssen. Die Bandbreiten betragen 25 - 50 MBit/s. Im Laufe des Jahres 2014 kamen 68 weitere Ortsteile hinzu, sodass Ende 2014 die weißen Flecken des Landkreises durchgängig mit einem schnellen Breitbandnetz versorgt werden konnten. Im Jahr 2015 wurden die „grauen Bereiche“ erschlossen. Das sind Regionen, in denen es schon eine teilweise Anbindung gab.