• Mobile WLAN-Hotspots

    Wer fernab vom eigenen Büro ins Internet möchte, hat verschiedene Möglichkeiten, dieses zu erreichen. Am einfachsten lässt sich der Zugang über öffentliche Hotspots regeln. In Hotels, Kneipen oder an Bahnhöfen wird häufig W-LAN für alle Anwesenden angeboten. Der Computer oder das Tablet kann sich einfach in das Netz einloggen und die zur Verfügung stehende Bandbreite nutzen. Leider sind solche Hotspots nicht so flächendeckend und komfortabel, wie sie sein könnten. Privatpersonen werden durch die Gesetzgebung zur Verschlüsselung ihrer Zugänge gezwungen und öffentliche Anbieter haben meist weniger Bandbreite zur Verfügung, als alle Interessenten gerne nutzen würden. In einer voll besetzten Kneipe gelangen die Leitungen sehr schnell an ihre Limits und in Hotels ist die Reichweite oft nicht groß genug, um in jedem Zimmer einen ausreichenden Empfang zu gewährleisten. Besser ausgestattete Netze müssen oft sogar gesondert bezahlt werden.

    Unterwegs den eigenen Zugang schaffen

    Eine Alternative zu den öffentlichen Hotspots ist die Internetverbindung über das Mobilfunknetz. Das Smartphone ist hierfür meist mit einem Datentarif ausgestattet und hält die Verbindung zum Internet selbstständig aufrecht. Für Menschen, die oft unterwegs sind, ist dies von großem Vorteil, da sie das Netz auch unterwegs und an jedem beliebigen Ort nutzen können. Allerdings haben die Datentarife einige entscheidende Nachteile. Zum einen ist das zur Verfügung stehende Datenvolumen meist begrenzt. Eine Überschreitung der Grundmenge kann entweder zu sehr hohen Kosten oder zu einer deutlichen Drosselung der Leitung führen. Zum anderen wird durch die Aufrechterhaltung der Leitung der Akku des Gerätes deutlich belastet. Oft ist nach wenigen Stunden nicht nur das WLAN, sondern gleich das ganze Gerät ohne Strom. Beide Nachteile lassen sich durch einen mobilen Hotspot umgehen.

    Was ist ein mobiler Hotspot?

    Einige Anbieter für Mobilfunkgeräte stellen ihren Kunden spezielle WLAN-Router zur Verfügung, welche gezielt für den mobilen Gebrauch konstruiert wurden. Sie verfügen über eine eigene Mobilfunkantenne und können ein mobiles Netzwerk herstellen, an dem sich bis zu fünf - bei manchen Geräten sogar zehn - Teilnehmer anmelden können. Auch bei der vollen Teilnehmerzahl hält der Akku die Belastung meist fünf bis sechs Stunden durch. Im Anschluss an das entsprechende Online-Meeting steht den angeschlossenen Geräten noch immer die eigene Akkuleistung zur Verfügung, um mit den geladenen Daten weiter arbeiten zu können. Die Geräte wiegen kaum mehr als 100 Gramm und lassen sich problemlos in der Hemdtasche verstauen. Sie nehmen also nicht mehr Platz ein als jedes handelsübliche Smartphone. Dank Mikro-USB-Anschluss können die Geräte auch direkt als externes Modem an den Rechner angeschlossen werden. Diese Funktion ist besonders dann hilfreich, wenn die öffentlichen Hotspots aus Gründen des Datenschutzes gemieden werden müssen. Die zur Verfügung stehenden Datentarife werden nach anderen Kategorien abgerechnet, wie bei üblichen Mobilfunkverträgen. Da die Tarife für Telefonie und SMS vollkommen ignoriert werden können, lassen sich zum Teil wesentlich günstigere Preise finden, als bei Verträgen, die alle drei Tarife gleichzeitig berücksichtigen müssen.

    Wer stellt mobile Hotspots her?

    Bisher stellen die Geräte für mobile Hotspots noch ein Nischenprodukt dar, welches nur von wenigen Herstellern produziert wird. Die chinesischen Firmen Huawei und ZTE gelten als die Marktführer in diesem Segment.

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    Bei der Wahl des passenden Gerätes sind unterschiedliche Schwerpunkte möglich: Der Blick kann sich auf die Akkuleistung oder die Qualität der WLAN-Verbindung konzentrieren. Doch auf dem Markt finden sich auch Geräte, die ganz besondere Spezifikationen mitbringen. Ein Gerät von Huawei kommt zum Beispiel ganz ohne eigenen Akku aus und besitzt daher nur die Größe eines Datensticks. Dennoch kann er bis zu fünf Geräte mit einer guten Bandbreite versorgen. Für Geschäftsreisende, welche sich fast täglich in einem anderen europäischen Land aufhalten, gibt es ebenfalls ein ganz besonderes Gerät: Die Firma Uros bietet einen mobilen Hotspot, der über zehn Kartenslots verfügt. Die entsprechenden SIM-Karten können direkt beim Anbieter bestellt werden. So steht dem Nutzer in jedem der zehn gewählten Länder jederzeit der günstigste lokale Tarif zur Verfügung. Roaming-Kosten gehören damit der Vergangenheit hat.

    Welche Mobilfunkstandards gelten?

    Mobile Hotspots sind sowohl mit HSPA+ als auch mit LTE verfügbar. Ersteres ist dank des genutzten UMTS-Netzes bereits flächendeckender verfügbar. Die Geräte, die LTE nutzen können, sind allerdings abwärts kompatibel, sodass keine entscheidenden Nachteile durch die noch nicht überall ausgebaute Technik entstehen. Je nachdem, wo der mobile Hotspot vorwiegend genutzt werden soll, kann es jedoch eine Frage des Preises sein, ob die neuere Technik auch entsprechend genutzt werden kann, um den höheren Preis zu rechtfertigen. Bei HSPA+ stehen dem Nutzer 21,6 Mbit/s als Download sowie 5,76 Mbit/s als Upload zur Verfügung. Einige mobile Hotspots verfügen zusätzlich über die Technik Double Carrier, wodurch die doppelte Leistung genutzt werden kann. Diese sind dann mit dem Kürzel DC-HSPA+ gekennzeichnet. Bei LTE sind momentan Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s möglich. Je nachdem, wie der Fortschritt des Netzausbaus vorangeht, sollen hier aber bald 100 Mbit/s erreicht werden können. Da im Mobilfunk noch keine höheren Geschwindigkeiten erreicht werden können, ist bei den meisten mobilen Hotspots die Geschwindigkeit der WLAN-Übertragung auf 72 Mbit/s gedrosselt. Dies verlängert die Akkulaufzeit im Vergleich zur maximalen Auslastung von 600 Mbit/s, was theoretisch von allen mobilen Routern geleistet werden könnte.

    Anbieter für mobile Hotspots

    Die meisten mobilen Hotspots werden derzeit von der Telekom oder von Vodafone verkauft. Diese Provider bieten die Geräte in Bundles mit passenden Datentarifen an. Da die Tarife des Hotspots gesondert gewählt werden können, kann man oft glücklich auf die Nutzung des Datenvolumens aus dem Mobilfunkvertrag verzichten. Auch ist es einfach möglich, zwei voneinander getrennte Datenpakete zu kaufen, was meist günstiger ausfällt, als mit dem Mobilfunkvertrag über das Inklusivvolumen hinaus zu surfen. Wer zwischen zwei Ländern der EU regelmäßig wechselt, kann den mobilen Hotspot auch sehr einfach nutzen, um Roaming-Gebühren aus dem Weg zu gehen. Statt bei jedem Grenzübergang die SIM-Karte im Handy zu wechseln, kann der mobile Hotspot die Karte des Nachbarlandes enthalten. Das Mobiltelefon bleibt dann weiterhin unter der gewohnten Nummer erreichbar. Natürlich ist es auch möglich, die Geräte für die mobilen Hotspots frei von Brandings und Vertragsbindungen zu kaufen und die Datentarife gesondert zu vereinbaren. Welche Version günstiger ist, hängt nicht zuletzt vom persönlichen Nutzungsverhalten ab.